
Auf der Suche nach einer Lösung
Theologische Argumentation
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Es ist Aufgabe der Kirche als Ganzes, den gegenwärtigen Status des Apostolischen Stuhls klar zu bestimmen, und wir möchten ihrem Werk nicht vorgreifen. Sollte jedoch die Vakanz des Apostolischen Stuhls eindeutig festgestellt werden, kann dies nur ein erster Schritt sein: die Diagnose eines sehr ernsten Problems. Dieser erste Schritt würde aber nicht ausreichen. Es müsste eine Lösung für dieses ernste Problem gesucht werden. Wir glauben, dass der Stuhl Petri das Zentrum unseres katholischen Glaubens ist, der Fels, auf dem die Kirche unseres Herrn Jesus Christus gegründet wurde. Die Kirche ist eine, heilig, katholisch und apostolisch, und wir wissen, dass ihre Einheit auf Petrus gegründet ist. Es gibt keinen anderen Felsen, der der Kirche gegeben ist, als den Felsen Petri. Ubi Petrus, ibi Ecclesia: Wo Petrus ist, da ist die Kirche.
Zweifellos haben sich der Klerus und die Gläubigen auf unterschiedliche Weise gegen die Revolution des II. Vatikanums, die Revolution zur neuen Kirche hin, gewehrt. Da sie jedoch nicht von der Stimme Petri geleitet wurden, gab es keine Einheit im Handeln. Dies ist auch heute noch so der Fall. Viele Jahre später sind wir alle in verschiedene Gruppen zerstreut, die sich gegenseitig mit Misstrauen betrachten.
Welche Liturgie soll befolgt werden? Welche Disziplinen gelten? Wer übt ein wirklich legitimes Apostolat aus? In Ermangelung eines unumstrittenen Anführers, der diese Fragen entscheiden kann, führen diese zu endlosen Streitigkeiten. So trägt die Reaktion des Klerus auf die neue Kirche, die ihren Ursprung im Zweiten Vatikanischen Konzil hat und in der Synodalkirche der letzten Jahre ihre glorreiche Krönung gefunden hat, nicht die Früchte, die man sich hätte erhoffen können. Eine Kapelle nach der anderen wird errichtet, und immer noch leidet das christliche Volk ohne Hoffnung auf Abhilfe.
Wir wollen die bewundernswerte Arbeit, die die Mitglieder des Klerus in dieser Zeit der Finsternis geleistet haben, nicht leugnen. Männer von unerschütterlichem Mut sind um die Welt gereist, um den Seelen die geistliche Hilfe zu geben, die sie für ihr Seelenheil brauchen. Das darf nicht verachtet werden und wir können es nur als einen Akt der Vorsehung betrachten, welche diejenigen, die ihre Hoffnung auf Gott setzen, niemals im Stich lässt.
Aber warum gibt es so viele Spaltungen? Warum gibt es so viele Häresien? Warum gibt es so viele Schismen? Warum gibt es so viele Apostasien? Warum gibt es so viel Korruption? Die Antwort ist einfach: Weil es ein sehr ernstes Problem gibt, das das Haupt der Kirche selbst betrifft. Für einige ist derjenige, der „die Säule der Wahrheit” und die Regel des Glaubens sein sollte, schlichtweg nicht da, um uns in Einheit zusammenzubringen. Für andere führen uns die Prätendenten auf das Papsttum in eine Richtung, die ihrer Mission zuwiderläuft. Könnte daher das Lehramt der Kirche, welches nicht nur von Einzelpersonen, sondern von der Kirche als Ganzes betrachtet wird, endlich Licht über ihren wahren Zustand bringen?