
Bischöfe
10
Priester
46
Ordensleute
68
Für ein Allgemeines Konzil
Die katholische Kirche wird nicht durch Meinungen, Persönlichkeiten oder private Überzeugungen zusammengehalten. Sie ist eine von Christus gegründete, sichtbare Gesellschaft und muss daher sichtbar geleitet werden. Der Papst ist keine dekorative Tradition, sondern das von Gott eingesetzte Prinzip der Einheit, der oberste Richter, der Streitigkeiten beilegen, die Lehre bewahren und die Kirche als einen Leib erhalten kann.
Wenn dieses Amt faktisch abwesend ist, zerfällt die Einheit in Fragmente. Die Jurisdiktion wird umstritten, die Disziplin verfällt in Improvisation, und Katholiken gewöhnen sich allmählich daran, so zu leben, als wäre eine Kirche ohne Oberhaupt normal. Doch das ist nicht normal. Eine dauerhafte Vakanz ist keine stabile Lösung, sondern eine sich vertiefende Wunde.
Wenn es keinen wahren Nachfolger des heiligen Petrus gibt, bleibt die Wahl eines Papstes eine schwerwiegende Pflicht der Kirche. Wann immer die Kirche ohne Papst dasteht, etwa nach dem Tod eines Papstes, ist sie verpflichtet, für einen Nachfolger zu sorgen; das heißt, ihre Mitglieder sind verpflichtet, dafür zu sorgen, dass der Stuhl wieder besetzt wird.
Das Ziel der Vereinigung Unam Sanctam ist, sich für die Einberufung eines unvollkommenen Allgemeinen Konzils einzusetzen, um diese Frage zu erörtern und zu überlegen, wie die gegenwärtige Krise, die die Spitze der Kirche betrifft, gelöst werden kann.
Wir bitten die katholischen Gläubigen der streitenden Kirche demütig, für dieses heilige Anliegen zu beten.
Schließlich stellen wir dieses Werk unter die Königsherrschaft des Heiligsten Herzens Jesu und die Königsherrschaft des Unbefleckten Herzens Mariens; und unter den Schutz des heiligen Joseph, des heiligen Petrus, des heiligen Robert Bellarmin und des heiligen Alfons von Liguori.
Mögen sie und die ganze triumphierende Kirche für das Gelingen der Versammlung dieses vorgeschlagenen unvollkommenen Allgemeinen Konzils und für das Wohl all seiner Beratungen Fürsprache einlegen, gemäß dem heiligen Willen Gottes und durch die Gnade Seiner göttlichen Vorsehung.
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Die theologische Argumentation
Dieses Werk präsentiert eine einzelne theologische Argumention, die sich in mehreren Kapiteln schrittweise entwickelt. Es basiert auf der Lehre mehrerer Theologen, wonach die Kirche sich in extremen Umständen durch ein unvollkommenes Allgemeines Konzil selbst ein Oberhaupt geben kann. Das Werk ist in der vorgegebenen Reihenfolge zu lesen, beginnend mit dem gegenwärtigen Zustand der Kirche und fortschreitend zu einem Lösungsvorschlag. Die Leser sind eingeladen, die Argumentation sorgfältig und in ihrer Gesamtheit zu prüfen.

Über Unam Sanctam
Unam Sanctam ist eine Vereinigung von Klerikern und Laien, die mit aller gebotener Vorsicht und Entschlossenheit effektiv auf die Einberufung eines Allgemeinen Konzils der Kirche hinarbeiten. Dieses Konzil soll die Problematik der Prätendenten auf das Papsttum eingehend untersuchen, die uns zerstörerische Reformen aufgezwungen haben, welche die Kirche Christi – wenn das überhaupt möglich wäre – bald ruinieren würden. Wir glauben fest, dass die göttliche Vorsehung es verlangt, dass die Kirche von einem wahren Nachfolger Petri geleitet wird. Wir lehnen die Passivität, die sich in dieser Frage unter den Klerikern breitgemacht hat, ab und hoffen, dass sich unsere Brüder uns in diesem Vorhaben anschließen, das nur mit ihrer Mitwirkung gelingen kann.
Wir heißen alle jene in unserer Mitte herzlich willkommen, die das ernste Problem erkennen, welches die Spitze der Kirche derzeit heimsucht und die ihre Gebete, Opfer, Bemühungen, Talente und Almosen vereinen möchten, um die notwendigen Umstände für das Wirken der göttlichen Vorsehung vorzubereiten.
Unsere Vereinigung ist trotz all unserer Unterschiede von der Einheit der Christen in der Seeschlacht von Lepanto inspiriert. Die verschiedenen rivalisierenden Gruppierungen erkannten die Gefahr, die das Christentum bedrohte, und kamen trotz ihrer vielen politischen Differenzen zusammen, um ihrem gemeinsamen Feind entgegenzutreten. Das Ergebnis war der große Sieg über die Muslime, den wir so gut kennen. Daher hoffen wir, dass die Vereinigung der verschiedenen Strömungen des wahren Christentums in diesen dunklen Zeiten von der Weisheit unserer Glaubensväter inspiriert sein wird. Der heutige Feind ist kein externer Feind, sondern ein Feind, der in die Institutionen der katholischen Kirche eingedrungen ist.
Der Titel dieser Website, die unser wichtigstes Arbeitsinstrument und unser Treffpunkt sein wird, wurde gewählt, um sowohl unsere Weigerung, die neue Religion anzunehmen, als auch unsere Entschlossenheit auszudrücken, die Zersplitterung der Herde Christi in eine Vielzahl kleiner, autokephaler Kirchen abzulehnen.
Unam Sanctam (Eine Heilige). Die Kirche ist eine in der Einheit des Glaubens, der Sakramente, aber auch der Kirchenleitung. Sie ist heilig, das heißt, sie ist nicht die Versammlung all jener, die verschiedene Häresien bekennen, sondern nur jener, die den wahren katholischen Glauben bekennen.

Unvollkommenes Allgemeines Konzil
Was es ist
Ein unvollkommenes Allgemeines Konzil ist eine Versammlung von Bischöfen, die ohne päpstliche Autorität einberufen wird, wenn der Apostolische Stuhl offenkundig oder zweifelhaft vakant ist, um eine schwere Krise an der Spitze der Kirche zu beheben. Es reagiert auf einen Notfall: entweder auf eine anhaltende Vakanz des römischen Stuhls oder auf begründete Zweifel an der Legitimität eines Anwärters auf das Papstamt. Da nur der Papst ein Allgemeines Konzil rechtmäßig einberufen, ihm wahre Universalität verleihen und seine Dekrete ratifizieren kann, ist ein solches Konzil per definitionem rechtlich mangelhaft. Deshalb bezeichnet Cajetan es als „unvollkommen, aber nützlich“, da es zwar ohne volle Legalität beginnt, aber volle Rechtskraft erlangt, sobald ein Papst gewählt ist und es bestätigt.
Was es nicht ist
Ein unvollkommenes Allgemeines Konzil ist keine selbsternannte „Garagensynode“ unzufriedener Kleriker, die per Dekret universelle Autorität beanspruchen. Es ist per definitionem ein Mittel, das die moralische Vertretung des Episkopats der gesamten Kirche erfordert.
Es ist auch kein Konklave: Ein Konklave ist ein juristischer Prozess, der dem päpstlichen Recht unterliegt und vom Kardinalskollegium durchgeführt wird. Ein unvollkommenes Allgemeines Konzil ist ein außerordentliches Mittel für einen außergewöhnlichen Notfall, wenn die ordentliche päpstliche Leitung behindert oder ungewiss ist, und es entsteht aus der Notwendigkeit, dass die Kirche durch ihre universalen Hirten handeln muss.
Daher kann es nicht nur das Werk eines Teils der Bischöfe sein. Ohne eine weltweite bischöfliche Beteiligung, die für moralische Einmütigkeit ausreicht, kann es schlichtweg nicht als das existieren, was es vorgibt zu sein: keine Abkürzung um die Kirche herum, sondern ein öffentlicher, bedeutsamer, universaler Akt der Kirche selbst.

Hl. Robert Bellarmin
„[Ist es] erlaubt, dass ein Konzil von jemand anderem als dem Papst einberufen wird, wenn der Papst es nicht einberufen sollte, weil er ein Ketzer oder Schismatiker ist[?]… Ein unvollkommenes Konzil kann einberufen werden, da dies ausreicht, um für die Kirche in Bezug auf ein Oberhaupt vorzusorgen. Denn die Kirche hat zweifellos die Autorität, für sich selbst in Bezug auf das Oberhaupt zu sorgen, obwohl sie ohne ein Oberhaupt viele Angelegenheiten nicht entscheiden kann, die sie mit einem Oberhaupt entscheiden kann. … Darüber hinaus kann dieses unvollkommene Konzil abgehalten werden, entweder wenn es vom Kardinalskollegium einberufen wird oder wenn die Bischöfe von selbst zusammentreten und sich an einem Ort versammeln.“

Thomas De Vio Cajetan
„Ein Konzil ohne den Papst kann nichts anderes tun als das, was ihm durch die in ihm enthaltenen individuellen Machtbefugnisse möglich ist … Es gibt jedoch Fälle der Zulassung, d. h., wenn der Papst keine gegenteilige Entscheidung getroffen hat, und Fälle der Unklarheit, d. h., wenn nicht bekannt ist, ob jemand ein gültiger Kardinal ist, und ähnliche Fälle. In solchen Situationen, wenn der Papst verstorben ist oder anderweitig Unsicherheit herrscht, wie es zu Beginn des großen Schismas unter Urban VI. der Fall gewesen zu sein scheint, muss man festhalten, dass in der Kirche Gottes die Macht besteht, das Papsttum auf eine Person anzuwenden, sofern die notwendigen Voraussetzungen erfüllt sind, damit die Gewissen nicht in Verwirrung geraten. In diesem Fall scheint diese Macht im Sinne einer Übertragung auf die Weltkirche überzugehen, als gäbe es keine vom Papst bestimmten Wahlberechtigten, die sie in diesem Akt zum Wohl der Kirche vertreten sollen.“

Hl. Alfons von Liguori
„Zunächst muss betont werden, dass die Überlegenheit des Papstes gegenüber dem Konzil sich nicht auf einen zweifelhaften Papst während eines Schismas erstreckt, wenn ernsthafte Zweifel an der Legitimität seiner Wahl bestehen; denn dann müssen sich alle dem Konzil unterordnen, wie es vom Konzil von Konstanz festgelegt wurde. Dann erhält das allgemeine Konzil seine oberste Macht in der Tat direkt von Jesus Christus, wie in einer Zeit der Vakanz des Apostolischen Stuhles.“